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Klassische Musik und Oper von Classissima

Henry Purcell

Montag 25. September 2017


Crescendo

4. September

Die ECHO KLASSIK Preisträgerliste 2017

CrescendoSängerin des Jahres: Joyce DiDonato Sänger des Jahres: Matthias Goerne Instrumentalist (Trompete): Gábor Boldoczki Instrumentalist (Cello): Johannes Moser Instrumentalist (Klavier): Maurizio Pollini Instrumentalistin (Akkordeon): Ksenija Sidorova Instrumentalist (Geige): Christian Tetzlaff Dirigent des Jahres: Kent Nagano Ensemble/Orchester: Boston Symphony Orchestra Ensemble/Orchester: RIAS Kammerchor Ensemble/Orchester: Wiener Klaviertrio Nachwuchskünstler (Klavier): Lucas Debargue Nachwuchskünstler (Dirigat): Yoel Gamzou Nachwuchskünstler (gem. Ensemble): Notos Quartett Nachwuchskünstler (Kontrabass): Dominik Wagner Nachwuchskünstlerin (Gesang): Pretty Yende Klassik ohne Grenzen: Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker Klassik ohne Grenzen: Sebastian Knauer / Arash Safaian Sinfonische Einspielung (Musik bis inkl. 18. Jh.): L’Achéron Sinfonische Einspielung (Musik 19. Jh.): Mozarteumorchester Salzburg Sinfonische Einspielung (Musik 20./21. Jh.): Neeme Järvi / Orchestre de la Suisse Romande Konzerteinspielung (Musik bis inkl. 18. Jh.): Giovanni Antonini / Il Giardino Armonico Konzerteinspielung (Musik bis inkl. 18. Jh.): Kristian Bezuidenhout / Freiburger Barockorchester Konzerteinspielung (Musik bis inkl. 18. Jh.): Henning Kraggerud / Norwegian Chamber Orchestra Konzerteinspielung (Musik 19. Jh.): Jan Lisiecki Konzerteinspielung (Musik 19. Jh.): Sebastian Manz Konzerteinspielung (Musik 19. Jh.): Linus Roth Konzerteinspielung (Musik 20./21. Jh.): Renaud Capuçon / Wiener Symphoniker / Philippe Jordan Konzerteinspielung (Musik 20./21. Jh.): Piano Duo Genova & Dimitrov Konzerteinspielung (Musik 20./21. Jh.): Maria Sournatcheva / Göttinger Symphonie Orchester / Christoph-Mathias Mueller Chorwerkeinspielung des Jahres: Chorus Musicus Köln / Das Neue Orchester / Christoph Spering Operneinspielung (Oper bis inkl. 17./18. Jh.): W.A. Mozart: Le nozze di Figaro mit Luca Pisaroni / Christiane Karg / Sonya Yoncheva / Thomas Hampson / Chamber Orchestra Of Europe / Yannick Nézet-Séguin Operneinspielung (Oper 20./21. Jh.): Alban Berg: Wozzeck mit Roman Trekel / Anne Schwanewilms / Houston Symphony / Hans Graf Solistische Einspielung (Musik bis inkl. 17./18. Jh.)/ Klavier: Fazil Say Solistische Einspielung (Musik 19. Jh.)/Klavier: Daniil Trifonov Solistische Einspielung (Musik 20./21. Jh.)/Klavier: Thomas Günther Solistische Einspielung/Gesang (Duette/Opernarien): Marianne Crebassa Solistische Einspielung/Gesang (Arien/Rezitale): Aida Garifullina Solistische Einspielung/Gesang (Lied): Ian Bostridge Kammermusikeinspielung (Musik bis inkl. 17./18. Jh.)/gem. Ensemble: Nils Mönkemeyer / Julia Fischer / Sabine Meyer / William Youn Kammermusikeinspielung (Musik 19. Jh.)/gem. Ensemble: Camille Thomas / Julien Libeer Kammermusikeinspielung (Musik bis 19. Jh.)/Streicher: Quartetto di Cremona Kammermusikeinspielung (Musik 20./21. Jh.)/Bläser: Eva van Grinsven Kammermusikeinspielung (Musik 20./21. Jh.)/gem. Ensemble: Linos Ensemble Kammermusikeinspielung (Musik 20./21. Jh.)/Streicher: Quatuor Molinari Editorische Leistung des Jahres: querstand Welt-Ersteinspielung des Jahres: Thomas Fritzsch Audiophile Mehrkanaleinspielung des Jahres: MDG Gerhild Romberger/Alfredo Perl Musik-DVD-/Blu-ray-Produktion (Oper): Henry Purcell: The Indian Queen Musik-DVD-/Blu-ray-Produktion (Dokumentation): Mission Mozart Preis für Nachwuchsförderung: TONALi Bestseller des Jahres: Jonas Kaufmann Würdigung des Lebenswerkes: wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben Klassik für Kinder: wird 2017 nicht vergeben

ouverture

29. Juli

Insane Harmony (MDG)

Die Briten sind schon ein seltsames Völkchen. Mit der Insellage Groß- britanniens jedenfalls ist es wohl nicht zu erklären, dass sie einst die Kunst der Divisions on a Ground auch weiterhin schätzten und pflegten, während Variationen über einem ostinaten Bass auf dem Kontinent längst aus der Mode gekommen waren. Das Ensemble Musica Alta Ripa spürt auf dieser CD den Eigenheiten englischer Musik in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhun- derts nach – und hat dabei ein bezauberndes Programm zusammen- gestellt, das so manche Entdeckung zu bieten hat.  Man höre nur die faszinierende Fantazia on a ground in D von Henry Purcell (1659 bis 1696), der auf dieser CD auch noch mit anderen Werken vertreten ist. Es erklingt außerdem Musik von William Lawes (1602 bis 1645), Thomas Tomkins (1572 bis 1656), Matthew Locke (?1621 bis 1677) und William Williams (1675 bis 1701). Manches klingt noch nach der elisabethanischen Ära; bei anderen Stücken ist, bei aller konservativen Neigung zum typisch Britischen, die Auseinandersetzung mit der kontinentalen Musik dann doch wahrzunehmen. Musica Alta Ripa lässt sich gekonnt hören, mit Sinn für bizarre Einfälle und ungewöhnliche Wendungen. Und auch die tiefe Melancholie, die der englischen Musik jener Zeit oftmals zu eigen ist, zelebrieren die Musiker hingebungsvoll. Diese CD ist wirklich sehr hörenswert, rundum gelungen. 




Crescendo

24. Juni

Sammlungen: Parade der Jahrhundertlegenden - Sammlungen

Dicke Dinger: Immer wieder bringen Plattenfirmen umfangreiche Sammlungen großer Künstler heraus. Unser Autor Christoph Schlüren hat die legendärsten darunter aufgespürt. Der Hype um junge Stars, das Bemühen um massentaugliches Crossover und das ständige Ringen um Tagessensationen sind das gewöhnliche Business der großen Plattenfirmen, doch in den letzten Jahren hat sich mehr denn je gezeigt, dass es sich lohnt, auch die Anthologien der unvergänglichen Großmeister des Metiers attraktiv aufzubereiten, und besonders die großen Editionen von Sony Classical haben da einen Maßstab gesetzt, hinter dem die anderen Majors nicht zurückstehen wollen. Und man bekommt für das Geld natürlich viel mehr als beim Erwerb von Einzel-CDs, und das auf einem klar einschätzbaren musikalischen Niveau. Bei Warner Classics hat man schnell begriffen, dass die Sammler auch die Qualität der Aufmachung schätzen, wie die Menuhin und Perlman-Gesamteditionen zeigen. Nun liegen alle (1961–94 entstandenen) EMI- und Teldec-Aufnahmen von dem russischen Klaviergiganten Sviatoslav Richter in stabilem Hardcover vor. Der launische Meister war hier meist in Topform, vom Dvořák-Konzert mit Carlos Kleiber über die Beethoven-Violinsonaten mit dem feinsinnigen Oleg Kagan bis zu der grandiosen Moskauer Liveaufnahme von Alban Bergs Kammerkonzert. Wer den grandiosen Poeten am Klavier liebt, ist hier bestens versorgt. Richters jüngerer Landsmann Youri Egorov (1954–87) starb mit 33 Jahren in der holländischen Emigration an Aids, und erst kürzlich wurde ich auf eine Box bei Etcetera („A Life in Music“) aufmerksam, die diesen hochsensiblen, introvertiert eigensinnigen Künstler vor allem mit Kammermusik und Solokonzerten vorstellt. In Deutschland immer ein Außenseiter geblieben, sollten wir diesen begnadeten Virtuosen wenigstens posthum würdigen. Warner Classics hat – auf dem auferstandenen Label Erato – endlich die Bach-Gesamteinspielung der führenden Cembalo-Exegetin Zuzana Růžičková in einer stattlichen Box veröffentlicht, mit einem sehr schönen Vorwort ihres Meisterschülers Mahan Esfahani versehen. Wer wissen will, wie gesanglich, strukturbewusst und charaktervoll ein Cembalo klingen kann, ohne in die Standardfallen der sogenannten historischen Aufführungspraxis zu gehen, sollte unbedingt hören, was die Holocaust-Überlebende Maestra Růžičková zu erzählen hat! David Oistrach und Jascha Heifetz sind die zwei großen Geigernamen der Schallplattengeschichte – Heifetz als Virtuose, Oistrach als Musiker. Und was für ein Virtuose Oistrach doch außerdem war! Man höre nur die Ballade-Sonate von Ysaÿe in der großartigen Gesamtschau seiner Aufnahmen für Deutsche Grammophon, Decca, Philips und Westminster bei Universal Classics. Das ist eine gigantische Schatzkiste, aus der ich exemplarisch hier nur die Beethoven-Sonaten mit Lev Oborin, die wunderbaren Klaviertrio- Aufnahmen, gleich zweimal das Bach’sche Doppelkonzert mit seinem Sohn Igor oder das Hindemith-Konzert mit dem Komponisten am Pult hervorheben möchte. Vollendeteres Geigenspiel in jeder Hinsicht, eine beseeltere Tongebung hat es wohl nie gegeben. Oistrach ist auch auf dem „Tribut an Rudolf Barschai“ dabei, der gleichfalls eine solche Fülle an Kostbarkeiten enthält, dass die Auswahl fast willkürlich ausfallen muss – ich entscheide mich für Mozarts Sinfonia Concertante mit Oistrach und Barschai, muss aber im selben Atemzug Gilels, Kogan, Richter und Rostropowitsch nennen. Das Moskauer Kammerorchester spielt auf singulärem Niveau, sei es in Haydn, Mozart, Purcell, Bartók, Strawinsky oder Martinů. Die Streichquartett und Streichtrio-Aufnahmen lassen eine unwiederbringliche Ära aufklingen, Raritäten von Revol Bunin und Alexander Lokschin fesseln den Hörer, der im Klavierquintett von Schostakowitsch mit dem Komponisten selbst am Klavier an der Quelle sitzen darf: eine Parade der Jahrhundertlegenden und eine ergreifende Bilanz höchster Kunst, die für unsere Zeit als leuchtendes Beispiel dienen sollte. Sviatoslav Richter: „The Complete Warner Recordings“ (Decca) „A Tribute to Rudolf Barshai“ (ICA Classics) David Oistrakh Edition (Deutsche Grammophon) Zuzana Růžičková: „Bach. The Complete Keyboard Works“ (Erato) Youri Egorov: „A Life in Music“ (Et’cetera)

Crescendo

12. April

Kate Lindsey und Baptiste Trotignon: Der Exzess des Lebens - Kate Lindsey und Baptiste Trotignon

Kate Lindsey und Baptiste Trotignon flanieren auf dem Klassik-Broadway. Sie entdecken Kurt Weill, Alma Mahler, Alexander Zemlinsky und Erich Korngold. Am Anfang stand eine einzigartige Künstlerbegegnung: Die amerikanische Mezzosopranistin Kate Lindsey, längst gefeierte Mozart- und Purcell-Interpretin und an den großen Opernbühnen der Welt zu Hause, traf auf den preisgekrönten französischen Jazz-Pianisten Baptiste Trotignon, der bereits mit Künstlergrößen wie Brad Mehldau und Tom Harrell die Bühne teilte. So weit, so gut. Doch was, wenn zwei solche Künstler ein unstillbares Verlangen nach Austausch, nach intensiver und akribischer Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Einflüssen, aber auch nach Spiel und Improvisation haben, wenn sie schlichtweg grenzenlose Freiheit besitzen? Das Ergebnis ist das Projekt „Thousands of Miles“. Darin treffen sich Klassik und Broadway, Alte und Neue Welt, Musik und Sprache. Kernstück des dreisprachigen Programms – auf Deutsch, Englisch und Französisch – bilden Lieder von Kurt Weill. Deren Klavierbegleitungen hat Trotignon allesamt neu arrangiert – mit genügend Raum für Improvisationen. Kurt Weill hat zwar unverwechselbare Melodien geschaffen, aber nicht unbedingt selbst die Partituren dazu geschrieben, wie Trotignon bei seinen Archiv-Recherchen herausfinden konnte. So war der Mut zur Neugestaltung schnell gefasst. Zentrale Prämisse dabei: Originalität und Lebendigkeit. Dass Kate Lindsey ihrerseits nicht nur ihren Hintergrund aus der klassischen Musik einströmen lässt, sondern in ihrer amerikanischen Heimat auch mit der Musik von George Gershwin und Cole Porter aufwächst, schenkt dem Duo weitere Farben. Während viele der anderen aktuellen Weill-Adaptionen sehr jazzig oder sehr akademisch daherkommen, findet „Thousands of Miles“ so eine ganz individuelle, neuartige Form der Klangsprache, die weit über eine simple Jazz-Klassik-Fusion hinausreicht. Hier ist das Ganze in der Tat mehr als die Summe seiner Teile. Bei den Aufnahmen zu ihrer ersten gemeinsamen CD, die im Mai bei Alpha erscheint, waren Lindsey und Trotignon immer wieder überrascht davon, wie sie sich selbst ohne Worte verstehen. Zu den Weill-Liedern gesellen sich dabei auch Lieder von Alma Mahler, Alexander von Zemlinsky und Erich Korngold. Die Geschichte der Verbindung zwischen diesen Künstlern ist spannend wie ein Krimi und geht weit über die Gemeinsamkeit hinaus, dass alle drei Komponisten genau wie Kurt Weill gezwungen waren, in die Vereinigten Staaten auszuwandern. Wir befinden uns im Berlin des Jahres 1918. Aus dem idyllischen Dessau kommt der junge jüdische Musiker Kurt Weill in die noch übel von Armut und Erstem Weltkrieg gezeichnete Stadt. Doch in den kommenden Jahren vollzieht sich dort ein explosionsartiger Aufschwung, industriell wie kulturell. Die Liste der Prominenten, die Berlin nun für sich einnehmen, liest sich wie ein Who is Who des frühen 20. Jahrhunderts: Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau arbeiten an ihren unsterblichen Filmklassikern, Otto Dix und George Grosz prägen mit ihrer Malerei die Neue Sachlichkeit, musikalisch wirken Komponisten wie Paul Hindemith, Ernst Krenek oder Hanns Eisler in der Spree-Metropole. Kurt Weill nimmt Unterricht bei Engelbert Humperdinck, dem berühmten Komponisten von Hänsel und Gretel, und später bei Ferruccio Busoni, der in dieser Zeit bereits die Grenzen der althergebrachten Tonalität zu sprengen beginnt. Und schließlich meiden auch die Literaten nicht die Stadt: Erich Kästner kommt ebenso nach Berlin wie Bertolt Brecht. In Letzerem findet Weill seinen perfekten künstlerischen Partner. Brecht, der als junger Krankenpfleger im Ersten Weltkrieg schlimmste Gräuel miterleben musste, schreibt so ganz anders als alle anderen: klar, brachial, ehrlich. Da ist nichts mehr zu hören von den kitschigen Schnörkeln der Romantik, ihrer oft aufgesetzt wirkenden Rührseligkeit. Die Protagonisten seiner Werke sind keine Adligen oder Bildungsbürger, sondern Prostituierte, Diebe, Mörder und Hochstapler. Das trifft den Nerv der turbulenten Zeit. 1928 verfassen Brecht und Weill zusammen die Dreigroschenoper – ein überwältigender Erfolg und bis heute eines der erfolgreichsten Werke des 20. Jahrhunderts, das kurz darauf auch von Regie-Star Georg Wilhelm Pabst verfilmt wird. Weill, so scheint es, befindet sich am Höhepunkt seines Schaffens. Was sein Privatleben betrifft, so hat er die Schauspielerin und Chansonnière Lotte Lenya geheiratet, seine Muse und Lieblingsinterpretin, die ihn trotz Streitigkeiten, Seitensprüngen und einer Scheidung mit Wiederheirat bis zu seinem Tod begleiten wird. Doch nun ergreifen die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht und Weill flieht zunächst nach Frankreich. Nachdem die Lage auch dort zunehmend bedrohlicher wird, tritt er 1935 die Reise nach Amerika an. Dort findet der Exilant eine zweite Heimat, erobert mit seinen Musicals den Broadway. Und: Er trifft auf ein pikantes Trio, das aus den mit Berlin vergleichbaren Wiener Künstlerkreisen stammt: Alexander Zemlinsky, dessen ehemalige Schülerin Alma Mahler und dessen ehemaligen Schüler Erich Korngold. Einst hatte Zemlinsky ein rauschendes Liebesverhältnis mit seiner Schülerin gehabt, doch diese sollte sich für den wesentlich älteren Gustav Mahler als Ehemann entscheiden – übrigens nicht für immer, denn die Femme fatale ging bereits zu Mahlers Lebzeiten eine Liaison mit Architekt und Bauhaus-Gründer Walter Gropius ein, den sie nach Mahlers Tod heiraten wird, um sich nach der Scheidung schließlich mit Schriftsteller Franz Werfel zu vermählen. Mit Letzterem war sie denn auch in die Vereinigten Staaten gekommen. Korngold hingegen war in Wien als Wunderkind gefeiert worden und sollte nach seiner Auswanderung eine zweite Karriere in Hollywood beginnen. Im Programm von „Thousands of Miles“ stecken alle Aspekte dieser schillernden Geschichte. Da treffen sich zum einen die Werke der vier Komponisten Weill, Zemlinsky, Korngold und Alma Mahler – Letztere war übrigens nur in ihren jungen Jahren selbst künstlerisch aktiv; von ihren mehr als hundert Liedern sind nur 17 erhalten. Zum anderen wird in Musikauswahl und Sprachen das Dreieck Deutschland – Frankreich – USA gezeichnet, die (zwangsweise) Interkulturalität der Komponisten und die (freiwillige) Interkulturalität ihrer Interpreten Lindsey und Trotignon. Inhaltlich schließlich dreht sich alles um die Liebe: die enttäuschte, die vereinsamte, aber auch die glückliche und euphorische. Maria Goeth Live-Termin: 10.6.2017 Schloss Elmau Kate Lindsey, Baptiste Trotignon „Thousands of miles“ (Alpha)



ouverture

31. Dezember

Sarah Wegener & Ensemble Il Capriccio - Arias & Cantatas (K&K)

Das Kloster Maulbronn, im Jahre 1147 von Zisterziensermönchen gegründet, gilt heute als die einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen und wurde 1993 Unesco-Weltkulturerbe. Auch wenn sie Scharen von Touristen anlockt, so ist sie doch nicht vorrangig ein Museum, sondern vielmehr sehr lebendig. So beherbergt Kloster Maulbronn die Evangelische Akademie, ein Gymnasium mit Internat. Außerdem finden alljährlich dort etwa 25 Konzerte statt – und einige davon werden durch Andreas Otto Grimminger und Josef-Stefan Kindler in der Edition Kloster Maul- bronn dokumentiert.  Einen wirklich bemerkenswerten Konzertmitschnitt haben die beiden Toningenieure kürzlich veröffentlicht: Im Mai 2015 war die Sopranistin Sarah Wegener mit dem Ensemble Il Capriccio in Maulbronn zu Gast. Mit Liedern und Arien überwiegend aus der Zeit des Barock bezauberte die Sängerin das Publikum, bestens begleitet durch die Musiker um Konzertmeister Friedemann Wezel, die durchaus auch eigene Akzente setzten.  Auf dem Programm standen Werke von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759), Giovanni Battista Ferrandini (1710 bis 1791) und Henry Purcell (1659-1695) ebenso wie zwei Gesänge für Sopran solo, von Younghi Pagh-Paan (*1945) und von Elliott Carter (1908 bis 2012), einem Schüler von Charles Ives, Gustav Holst und Nadia Boulanger.  Eine phantastische, große Stimme, klug und mit Leidenschaft eingesetzt, hervorragende Musiker, die wunderbar miteinander harmonieren, und dazu die einzigartige Atmosphäre des Klosters Maulbronn – es muss ein großartiger Abend gewesen sein. Unbedingt anhören, es lohnt sich! 

Klassische Musik und Oper von Classissima



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